Geologie Stuttgart 21 S21

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Die Hoffnung stirbt zuletzt!

Erschienen am 10.12.2014

Hausbesitzer klagt gegen Planänderung!
ein kurzer Kommentar von Ralf Laternser, Geologe

Das ist mal eine frohe Botschaft. Da traut sich Gottseidank ein Bürger dem Goliath Deutsche Bahn AG die Stirn zu bieten.

Meine Hochachtung und Unterstützung hierfür!

Diese Klage gegen das fachlich zweifelhafte und von Beginn an grundlegend fehlgeplante und auf fadenscheinigen rechtlichen Behauptungen gegründete Grundwasser-Management ist für mich schon heute ganz sicher das tollste ausserfamiliäre Weihnachtsgeschenk. Wieder ein beeindruckender Beweis für den aktiven Widerstand gegen dieses technisch, finanziell und städtebaulich verheerende - und durch und durch verlogene Spekulanten-Großprojekt Stuttgart 21.


Diese Klage erfordert Mut - und vor allem auch finanzielle Unterstützung!

Wichtig ist aber vor allem, dass Sie nach meiner Einschätzung der Klageschrift gute Erfolgsaussichten hat, da diese sich auf eine Vielzahl stichhaltiger fachlicher Belege für die Mangelhaftigkeit des Grundwassermangements [-> Geologie21] - aber auch der frei erfunden Leistungssteigerungs-Prämisse (-> Aktueller Vortrag von C. Engelhardt) beruft.

Die Kontodaten für Unterstützer teile ich gerne auch Anfrage mit (kontakt@geologie21.de)!

Grundwasser-Management

Unterwürfige Behörden fördern Fehlplanungen von Großprojekten

Die geologischen Fachbehörden geben bei Stuttgart 21 ein sehr zweifelhaftes Bild ab. Als das Projekt im Jahre 2005 gehmigt wurden sahen diese Fachbehörden die offensichtlichen geolgischen Schwierigkeiten und Besonderheiten bautechnisch als machbar und weitgehend gelöst an. Eine Unzahl von umfassenden Planänderungen die aufgrund schwerwiegender Fehleinschätzungen und Fehlberechnungen bis heute nötig waren belegen jedoch die fachlcih fragwürdige Zustimmung zu umfangreichen und dauerhaften Eingriffen in den sehr schwierigen und damit risikoreichen geologischen Untergrund.

Das Paradebeispiel ist das, das Grund- und Mineralwassersystem von halb Stuttgart gefährdende, Grundwassermangement für Stuttgart 21. Eklatante Fehlberechnungen auf Basis einer überschlägigen Erkundung mit viel gutem Willen gegenüber der vorgesetzten Obrigkeit ermöglichten die problemfreie Genehmigung des fragwürdigen Tiefbahnhofes.

Nach 9 Jahren wurde das "neue" Grundwassermangement in einem fragwürdigen und einseitigen Verfahren mit einer rechtlich einmaligen (nach dem Wasserhaushaltsgesetz nicht zulässigen) unbegrenzten Grundwasserentnahmemenge vom Eisenbahnbundesamt genehmigt. Geologie21 hat darüber ausführlich berichtet [LINK]. Die entsprechenden Behörden vermeiden jeglichen Kontakt und Unterstützung gegenüber kritischen Bürgern und halten sich bei Diskussionsveranstaltungen oder Erörterungen fern oder unauffällig. Sie sind jedoch durch unzählige und regelmässige Trefen und Kontakte sehr eng verbunden mit den Projektplanern der Bahn AG - bzw. planten die Bau-Maßnahmen, welche Sie später fachlich bewerten wollen, bis ins Detail selber mit. Eine enge Kooperation zu Bauträgern ist sicher nötig - doch ein unvoreingenommen Bewertung eigner Planung kann so niemals stattfinden. Ohne eine unbefangene kritische  Überprüfung  der Planungen sind Fehler und Irrtümer absolut zwangsläufig, wie die schier endlose Geschichte von Planänderungen und Bauverzögrung eindrucksvoll belegt.

Zu einer unbefangene kritischen Überprüfung von Planungen wie Stuttgart 21 gehört vor allem eine offene und unaabhängige rein fachliche Position. Diese ist aber in Behördensystem so wohl nicht zu finden, da die Behörden sich in der Regel den Jahrhundertprojekt-Wünschen ihrer Dienstherren verpflichtet sehen.

Was passiert wenn ein Behördenmitarbeiter bei gewünschten Großprojekten nicht spurt und eine fachlich fundierte aber kritische Meinung vertritt, gibt dieser Bericht über den Direktor des geologischen Landesamtes in Rheinland-Pfalz sehr gut wieder [-> Bericht im SWR vom 9.12.2014)