Geologie Stuttgart 21 S21

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Tiefbau - und Tunnelarbeiten allerorten

Es ist immer noch recht wenig bekannt, das es bei Stuttgart 21 nicht nur um einen Bahnhof geht

Erschienen am 15.07.2015

Juli 2015:Tiefbau - und Tunnelarbeiten allerorten

von Dr. Ralf Laternser, Geologe

Es ist immer noch recht wenig bekannt, das es bei Stuttgart 21 nicht nur um einen Bahnhof geht. Zuzüglich des "Tiefbahnhofs" müssen noch fast 60 km Tunnel gegraben werden - davon ca. 16 km in gefährlichem, da quellfähigem Anydrit [Beispiel Staufen im Breisgau].

Nachdem es seit über einem Jahr ein Inflation an Tunnelanstichen gegeben hat, bei dem es sich mit einer Aussnahme um nachrangige Hilfsstollen gehandelt hat [siehe Geologie21], die bis heute eher gemächlich vorangetrieben werden [siehe Geologie21], geht es jetzt tatsächlich auch in der Innenstadt los mit dem Tunnelbau für das angebliche Jahrhundertprojekt.

Von der Tunnellänge vergleichbar ist nur der Gotthardttunnel [Informationen auf wikipedia], der die Alpen unterquert um damit eine effektive Scheinen-Verbindung zwischen Mittel- mit Südeuropa herzustellen.

So sieht ein Jahrunderprojekt aus !

Auszug aus : http://www.raonline.ch

Der Gotthardttunnel ist Herzstück einer Alpen-Nordsüd-Transversale (NEAT - Informationen auf wikipedia] . 1996 hatte sich die Bundesrepublik Deutschland verpflichtet, bis zur Fertigstellung des Gotthard-Basistunnels die Kapazitäten auf den Zulaufstrecken durch den Bau zusätzlicher Gleise auszuweiten, die sogenannte Rheintalbahn. Doch bis heute steckt dieser vertraglich festgelegte Erweiterung in den Kinderschuhen, da in BW das sehr visionäre Jahrhundertprojekt  Stuttgart 21 alle Kräfte bindet und man das Geld ohne weitere für ein vertraglich seit 20 Jahren anstehendes vordringliches Projekt hätte einsetzen könne, zumal Stuttgart 21 in keinem Bedarfsplan des Bundes steht oder bilaterale Verträge notwendig wäre.

Übrigenss: Kein Geld wäre, wie gerne behauptet, bei der Umsetzung der Rheintalverträge aus Baden-Württemberg abgeflossen - im Gegenteil - der berechnete Nutzen für einen eingesetzten Euro wird bei der Rheintalbahn vom Verkehsrministerium auf knapp das 3 fache  (2,7) beziffert. Für Stuttgart 21 gibt es diesbezüglich überhauptkeine keine Berechnungen - die Neubaustrecke nach Ulm schafft es mit viel Fantasie gerade auf 1,1.

Der mit 57 Kilometern längste Eisenbahntunnel der Welt soll übrigens 2016 in Betrieb gehen [Artikel in der Badischen Zeitung vom 15.7.2015]. Die Rheintalbahn bis ungefähr 2030. Das wird eine spannender Wettbewerb mit Stuttgart 21 das bis "Ende" 2021 fertig sein soll [istStuttgart21schonfertig].

Dieser Vergleich war wichtig um die geplanten Tunnelbauwerke für Stuttgart 21 zu bewerten. Nicht nur das die S21- Tunnel extrem teuer und unwirtschaflich (und damit absolut unnötig) sind und in gar keinem Verhältniss zu frei erfundnen Nutzen von Stuttgart 21 stehen - diese Tunnel bergen auch ein sehr hohes geologisches Gefahren - und Schadenspotential für Anwohner und Stadt. Neben Setzungen, Erschütterungen udn Baulärm während des jahrelangen Baus steht hier das Anhydrit-Problematik im Vordergrund. Dazu ein sehr fachkundiger Artikel auf einer Webseite von betroffenen (und sehr sachkundigen) Anwohnern [Netzwerke21] dem nicht hinzuzufügen ist. Diese Netzwerk (von Hangbewohnern) bildete sich übrigens nicht zuletzt, wegen der potentiell möglichen Geafahr von Hangrutschungen durch die Bautätigkeit von Stuttgart 21 durch die Bahn AG [siehe Geologie21].

Auszug aus der Stuttgarter Zeitung vom 11.7.2015

Aktuell zeigt sich der Fortschritt der Tiefbauarbeiten in verschiedener Weise. Zum einen der schon von den Netzwerken21 angesprochenen Tunnelbau (voriger LINK] - udn kleinen Meldungen in der örtlichen Presse mit der schon charakteristsichen Nichtnennung der Verursacher.