Geologie Stuttgart 21 S21

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Probleme nach Bohrungen in Leonberg und Renningen

Gebäudeschäden und Setzungen nach geothermischen Bohrungen

Erschienen am 19.08.2011

14.9.2011: Spezialfirma soll Bohrloch abdichten

Gebäudeschäden und Setzungen nach Bohrungen in Leonberg und Renningen zeigen deutlich die Risiken von geologischen Eingriffen in löslichen Gesteinen und in Grundwassersstockwerke.

In Leonberg und Renningen kam es zu großen Gebäudeschäden und Problemen durch Bohrungen zur Gewinnung von geothermischer Energie. Die Experten und Behörden scheinen die geologischen Risiken im Vorfeld nicht richtig erkannt bzw. bewertet zu haben. So etwas kann bei Eingriffen in den Untergrund immer passieren, denn eine hundertprozentige Sicherheit gibt es in der Geologie nicht.

Je komplizierter und wechselhafter die Geologie (Hohlräume, Anhydrit, Mineralwasser, Verwerfungen) und je größer das Bauvorhaben, desto größer das Risiko.

Doch die Verantwortung  für die Schäden will vorerst niemand übernehmen, weder die Behörden, die es genehmigt haben, noch die ausführende Bohrfirma - so geschehen auch in Staufen und Schorndorf.

Eine rasche und kostspielige Sanierung der Bohrungen zur Vermeidung weiterer Schäden ist Pflicht, aber nur eine umfassende gutachterliche und rechtliche Beurteilung kann dann die Verantwortlichkeit (hoffentlich) klären. Im Falle des südbadischen Städtchens Staufen haben sich das Land Baden-Württemberg und die Kommunen des Landes zur Übernahme der Kosten bereit erklärt. Es scheint, das Risiko trägt wie immer die Allgemeinheit.

Zur Vermeidung weiterer Schadensfälle hat das Umweltministerium BW die Bohrtiefen für Geothermiebohrungen vorerst bis zum ersten Grundwasserstockwerk eingeschränkt.

Der Zusammenhang mit Stuttgart 21 ist klar: S21 bedeutet einen gewaltigen Eingriff über Jahrzehnte in den geologisch sehr schwierigen Stuttgarter Untergrund mit vielen Hohlräumen und mit quellfähigem Anhydrit in einer geologischen Bruchzone - und darunter liegen die einmaligen und unersetzlichen Stuttgarter Mineralwasserströme.

Nach Angaben der Planer ist das Risiko rechnerisch und technisch beherrschbar. Nach den Erfahrungen im Ländle ist das sehr zu bezweifeln und der mögliche Schaden unabsehbar.

Bei Stuttgart 21 übernimmt die Stadt Stuttgart vertraglich die wasserwirtschaftlichen Risiken, siehe Finanzierungsvereinbarung

Sicher verstehen viele Bürger in Staufen, Leonberg, Renningen und Schorndorf die großen und sehr ernsthaften Sorgen vieler Stuttgarter Bürger wegen Stuttgart 21.

 

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Dr. Ralf Laternser - Diplom-Geologe - Stuttgart