Geologie Stuttgart 21 S21

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Irrwitziger Tunnelbaugroßversuch Stuttgart 21 im quellfähigen Anhydrit unter einer Großstadt

Erschienen am 27.01.2017

Kurzzusammenfassung einer aktuellen Anfrage an das Verkehrsministerium dur MDB Matthais Gastel:

Neue Tunnelbautechnik für Stuttgart 21 noch ohne Erfahrungswerte - quellender Engelberg-Tunnel als fragwürdiges Positivbeispiel für Tunnel durch Anhydrit [Wikipedia] - Totale Unkenntnis über kritsiches KPMG-Gutachten zu Anhydritproblematik bei Tunnelbau des Tunnelbauexperten Stuttgart 21 und des Bundesverkehrsministeriums.

Zu diesen Stichworten diezugehörige Pressemitteilung von Matthias Gastel (MDB), welcher bei der Bundesregierung angefragt hat, ob es bereits (sich bewährte) Tunnel durch Anhydritschichten in der bei Stuttgart 21 geplanten Bauweise gibt.

Schließlich nannte Staatssekretär Barthle (CDU) den Engelbergbasistunnel als Beispiel für einen mit „bewährtem“ Verfahren gebauten Tunnel, der durch Anhydritschichten führt. Was der Staatssekretär nicht dazu sagte: Für diesen Tunnel fielen bereits beim Bau erhebliche Mehrkosten wegen des Anhydrits an und seit seiner Verkehrsfreigabe im Jahr 1999 musste er bereits dreimal saniert werden. Im Jahr 2018 steht die nächste teure Sanierung wegen erheblicher Schäden durch das aufquellende Gestein an. Matthias Gastel folgert daraus: „Es gibt offenbar noch keinen in Betrieb genommenen Tunnel, der nach dieser von der Deutschen Bahn angepriesenen Bauweise gebaut wurde. Stuttgart 21 wird mit einem nicht erprobten Verfahren gebaut und es steht in den Sternen, ob sich die Tunnel nach einigen Betriebsjahren bewähren.“

Dafür wissen sowohl das zuständige Bundesverkehrsministerium und der exklusive Tunnelplaner und Gutachter der DB AG für Stuttgart 21 in Personalunion, Prof.Wittke  nichts von dem sehr kritischen KPMG-Gutachen, das aktuell extra im Auftrag der Bahn angefertigt wurde. Und das obwohl Prof.Wittke bei der Begutachtung von den Gutachtern ausführlich befragt wurde.

Unterdessen räumte die Bundesregierung, die selber mit mehreren Personen im Bahnaufsichtsrat vertreten ist, auf Nachfrage von Matthias Gastel ein, dass sie das Gutachten nicht kennt. Zuvor hatte schon Prof. Wittke einräumen müssen, dass er das KPMG-Gutachten ebenfalls nicht gesehen hat.

Wichtig ist zu bemerken, das es (auch) bei der Genehmigung im Jahre 2005 also noch ganz sicher kein zuverlässiges Bauverfahren für die 15 km Tunnelbau (von 60 km insgesamt) im Anhydrit gab. Dies sagt alles über die Art, Qualität und Skrupellosigkiet dieses rein politisch gewünschten Großprojektes, seiner Planer und der genehmigenden Behörden aus.

Nach dem der Bahn-Aufsichtsrat das " für die Zukunftsfähigkeit von Deutschland so überaus wichtige" Thema Stuttgart 21 erst von Oktober 2016 auf den 31. Januar 2017 verschoben hat, wurde jetzt am 27.1 der Termin weiter auf 22.3.2017 verschoben.

Es wird also verschoben und weitergewurstelt, während der Bahn-Aufsichtsrat weiter im üblichen Posten - und Vetterlesfilz mit "Bahnexperten" passend gemacht wird. Nachdem der ehemalige Kanzleramtsminister und Jurist Pofalla jetzt sogar schon Technikvorstand der Bahn ist AG - hat es nun auch Johannes Schmalzl, der ehemalige Regierungsdirektor von Stuttgart, zusätzlich zu seinem prompten Bundesministeriumsposten in den DB-Aufsichtrat geschafft.

Mal sehen ob der Aufsichtsrat es wieder schafft, dieses völlig unwirtschaftliche und schildaeske Projekt, irgendwie trickreich mit alternativen Fake - Behauptungen durchzuwinken. 2013 nämlich wurde der Weiterbau von Stuttgart 21 vom Aufsichtrat mit heute nachweislich alternativen Fake-Behauptungen genehmigt: "Der Weiterbau bis 2021 werde 70 Millonen Euro billiger sei (insgesamt 6,9 Milliarden - über 2 Millarden mehr als bei der Volksabstimmung behauptet) als ein Baustopp und die Optimierung von groben Planungfehler solle den Projektpartnern in Rechnung gestellt werden (was "eingeklagt werden" bedeutet). Seither wurde die Kostenprognose von 6,9 Milliarden Euro durch die Bahn AG trotz scheinbar endloser Neupalnungen, Umplanungen und offensichtlichen Bauverzögerungen aus taktikischen Gründen nicht mehr erhöht.

Ein (skanalöserweise ) geheimes Gutachten des Bundesrechungshofes kommt aktuell und postfaktsich zu Kosten von 10 Milliarden für Stuttgart 21 - nichtzuletzt wegen der kalr offensichtlichen Zeitverzögerungen. Ein weiteres  Gutachten der Firma Vieregg und Rössler kommt aktuell auf 9,8 Milliarden Euro!

(Nachtrag Mai 2017: Was Kritiker schon lange vorgerechnet haben - ist anhand von einfacher Betrachtung von Planungslücken und Bautätigkeit jetzt für jedermann offensichtlich und erkennbar [dazu Artikel in der STZ vom 19.5 und vom 31.5.2017]. Die Bahn spricht, um ihr dubioses Aufsichtrats-Rechtfertigungskonstrukt von 2013 nicht zu gefährden, stur von einer total unmöglichen Fertigstellung "Ende 2021".

Und das alles für eine unerlaubt übersteilte, kapazitätsvermindernde "Großstadthaltestelle" mit nur 4 Bahnsteigen im Mineralwasserschutzgebiet mit 60 km z.T.stark quellgefährlichen Tunnelnstrecke, die in keinem Bedarfsplan für dringend nötige Verkehrswege der BRD steht und die angeblich ein rein "privatwirtschafliches Projekt" der Deutschen Bahn AG darstellt. Ein ursprünglich geplante Fertigstellungstermin war übrigens eimmal 2012 - zu den Olympischen Spielen in Stuttgart.

 

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Dr. Ralf Laternser - Diplom-Geologe - Stuttgart