Geologie Stuttgart 21 S21

Sonstiges

Erdbeben

Die natürliche Erdbebengefahr in Stuttgart ist eher als gering einzuschätzen - siehe Merkblatt des Innenministeriums [pdf]. Das ist beruhigend.

Rammbetonpfähle

Bei den Bautätigkeiten für Stuttgart 21 muß der Vollständigkeit halber auf von Menschen gemachte "Erdbeben" in tausendfacher Folge hingewiesen werden. Für die Gründung, das Fundament, des geplanten Tiefbahnhof-Querriegels sollen ca. 3500 Beton-Pfähle in den Boden gerammt werden, damit das Bauwerk auf "sicheren Füßen" steht.

Die Lärmbelastung, die Stuttgart etwa ein halbes Jahr lang zu ertragen hätte, erahnt man bei diesem Video: http://www.youtube.com/user/ernestobloodwind

Zitat Planfeststellungsabschnitt 4.4.3.3., Baubedingte Erschütterungen, gekürzt:

„Zur Gründung des Fernbahntrogbauwerkes und in Teilbereichen der Stadtbahn-Tunnelbauwerke müssen 3500 Ortbetonpfähle in den Boden gerammt werden. Hier ist mit großräumigen Auswirkungen zu rechnen.
Pro Pfahl sind allein ca. 125 Schläge erforderlich, um diesen ins Erdreich zu treiben. Anschließend erfolgt erst die Ausrammung des Pfahlfußes, für die eine noch größere Rammenergie erforderlich ist. (...) Es ist mit Schäden an baulichen Anlagen, der Beeinträchtigung von betrieblichen Anlagen und vor allem auch mit einer enormen Belästigung der Anlieger zu rechnen. Damit müssen die prognostizierten Erschütterungseinwirkungen in weiten Bereichen als unzumutbar eingestuft werden.“ Über eine Million Schläge während mehreren Monaten jeweils zwischen 6:00 und 22:00 Uhr."

Generalsanierung Königin-Katharina-Stift

Zudem soll noch der bautechnsich äußerst schwierige Nesenbachdüker im Bereich zwischen Königin-Katharina-Stift und Planetarium bergmännisch vorangetrieben werden. Das das nicht nur laut ist, sondern das auch Schäden an Gebäuden erwartet werden, lässt folgende Mtiteilung der Stadt Stuttgart erkennen: Generalsanierung und Umbaumaßnahmen Königin-Katharina-Stift [pdf]

Hier ein Auszug:

"Die statische Untersuchung der Kreuzgewölbedecken ergab, dass die erforderliche Standsicherheit nicht gegeben ist. Es besteht zusätzlich die Gefahr, dass die Erschütterungen bei der Verlegung des Nesenbachdükers zu einem Versagen der Deckenkonstruktion führen. Im Zuge der Gesamtsanierung des Gebäudes müssen die Kreuzgewölbedecken abgebrochen und anschließend die freigelegten Geschossdecken wie oben geschildert statisch und brandschutztechnisch ertüchtigt werden. Danach müssen die Kreuzgewölbedeckeentsprechend denkmalschutzrechtlicher Auflagen rekonstruiert werden "

Die anfallenden Kosten müssten wohl auch dem Projekt Stuttgart 21 zugerechnet werden!

 

Kopfbahnhof K21

Website: www.kopfbahnhof-21.de

  • Gleiche geologische Rahmenbedingungen, aber deutlich weniger geologische Risiken und damit verbundene Kosten.
  • Keine Gefährdung des Mineralwassers durch jahrelange Großbaustellen im Bereich des Nesenbach- und Neckartales.
  • Geringere Gefährdung des Mineralwassers durch die geplante zweigleisige Bahnbrücke bei Bad Cannstatt bei K21 im Gegensatz zur geplanten viergleisigen Brücke bei S21. Im Vorfeld muss auf jeden Fall mit Bauingenieuren mögliche unproblematischer Varianten diskutiert werden. Die Bevölkerung kann hierbei noch in die Planungen mit einbezogen werden.
  • Kein material-, personal- und kostenaufwendiges Grundwassermanagement über 10-20 Jahre, welches das Stadtbild prägt.
  • Deutlich weniger Tunnelkilometer bei K21. Dies gilt insbesondere auch für Tunnelkilometer in problematischen, da quellfähigen Gesteinen der Gipskeuper-Schichten.
  • Die denkbare Auffahrt zum Flughafen bei K21 im Bereich Untertürkheim verzichtet auf die geologisch und bautechnisch problematische Untertunnelung des Neckars mit zwei sich kreuzenden Tunneln. Stattdessen wird eine aufgeständerte Trasse vorgeschlagen.

K21 bedeutet schonendere und umweltverträgliche Bauweisen mit deutlicher Verminderung der geologischen Risiken.

Dr. Ralf Laternser - Diplom-Geologe - Stuttgart