Geologie Stuttgart 21 S21

Anhydrit und Gips - Der schwierige geologische Untergrund von Stuttgart 21

Bei geologischen Tiefeneingriffen in Untergrund mit unausgelaugtem Gipskeuper besteht immer ein gewisses Risiko: das Risiko des Anhydritquellens.  Schäden wie in Staufen im Breisgau [Artikel in SpiegelOnline] oder am Engelbergtunnel bei Leonberg kommen immer wieder vor, wobei das Auftreten bei Tunnel statitisch weitaus häufiger ist.

Geothermie als regenerative Ernergiequelle ist an sich eine saubere, nahezu unerschöpfliche und allgegenwärtige Energieform und sehr sinnvolle und nachhaltig . Doch insbesondere in quellfähigen Gesteinen wie z.B. dem "Gipskeuper"  (LINK zu Wikipedia) können (und sind) bei unsachgemäßer Erkundung und Ausführung erhebliche Risiken durch Quellprozesse von Anydrit ("wasserfreier Gips")im Untergrund auftreten (aufgetreten). Das Risiko ist sehr vielfältig und auch bei sachgerechter Ausführung und genauer Vorerkundung niemals ganz auszuschließen. 

Deshalb ist es im Vorfeld wichtig Risiko und Nutzen gründlich abzuwägen!

Darum beginnen erste Landkreise damit , das "Anbohren" von Gipskeuper zu untersagen um das Risiko des Anhydritquellens auszuschliesen - und zwingen so zu alternativen Planungen der Anlagen.

So hat das Landesamt für Geologie und Rohstoffe Baden-Württemberg im Jahre 2009 empfohlen, bei Gips- oder Anhydritvorkommen im Untergrund auf Erdwärmebohrungen zu verzichten. Im gesamten Landkreis Böblingen sind Erdwärme-Bohrungen im Gispkeuper seit Juni 2014 verboten.

Bekannteste Beispiele für "mißlungene" Geothermiebohrungen:

Staufen im Breisgau:

Was passiert wenn es bei einem"kleinen" Bohrloch durch anhydrithaltigen Gipskeuper zu Pannen oder Problemen kommt, zeigen Bilder aus Staufen im Breisgau vom 30.12.12.

Erwärmesondenfeld: c.a 10 x1 5 m

Tiefe der Quellung: 60-90 m

Hebungsbereich: 280 x 180 m